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APPLE IOS 12

Apple IOS12
©depositphotos/ DenysKuvaiev

Apples iOS 12 macht iPhones schneller, schlauer und mächtiger

Im September wird Apple das neueste Update für iPhones und iPad ausrollen: das iOS 12. Vorgestellt wurde das iOS 12 an der Entwicklerkonferenz von Apple (WWDC) anfangs Juni. Zahlreiche Verbesserungen, spannende neue Funktionen und manche überarbeitete Apps erfreuen das Herz der Apple Fans.

Siri wird schlauer und tüchtiger

Die Sprachassistentin Siri kann darauf programmiert werden, eine ganze Reihe von Aktionen aufgrund eines einzigen Befehls auszuführen. Dies funktioniert ähnlich wie ein Makro: Der Benutzer legt einen Sprachbefehl fest und ordnet ihm eine Reihe von Aktionen zu. So wäre es beispielsweise möglich, Siri den Befehl zu geben „Bring mich nach Hause!“ und das iPhone damit zu veranlassen, den Fahrplan aufzurufen, die nächste Verbindung herauszusuchen und gleich noch der Partnerin eine Message zu senden, um die Ankunftszeit mitzuteilen. Auf Wunsch macht Siri auch von sich aus Vorschläge aufgrund der wiederkehrenden Gewohnheiten des Benutzers. So könnte sie zum Beispiel frühzeitig vorschlagen, einen Tisch für das Mittagessen zu reservieren, wenn sie erkennt, dass der Benutzer jeden Mittwoch im Restaurant zu Mittag isst.

Augmented Reality, der nächste Megatrend

Augmented Reality: das ist die geniale Kombination von realen, durch die Kamera aufgenommenen Bildern mit künstlich vom Computer generierten Elementen. Zum Beispiel ein kleines Monster, welches durch Zürichs Strassen spaziert. Die berühmteste Anwendung ist Pokémon Go.
Mit iOS 12 verankert Apple Augmented Reality fest im Betriebssystem des iPhones und iPad. Die Entwickler erhalten mit dem ARKit 2 eine Software-Plattform, welche besonders mächtige Augmented Reality Anwendungen ermöglicht. Bereits heute existiert eine Reihe interessanter Apps, die auf Augmented Reality basieren, zum Beispiel:
Ikea Place: Der Benutzer kann Ikea Möbel in das Kamerabild der eigenen Wohnung einblenden, sodass er genau sehen kann, wie das Möbel in der Wohnung wirken würde
– Bildung: Diverse Kurse nutzen bereits die Power von Augmented Reality, so zum Beispiel für das Studium der menschlichen Anatomie oder für das Kennenlernen eines Automotors. Hilfreich ist auch die App Sky Guide, welche Informationen über die Sterne einblendet, die man mit der Handykamera anvisiert.
– Spiele: das bekannteste davon ist Pokémon Go. Daneben gibt es zum Beispiel den Monster Park (Dinosaurier) oder die Kleine Raupe Nimmersatt aus dem gleichnamigen Kinderbuch.
– Die App Measure, welche reale dreidimensionale Objekte ausmisst. Man richtet die Kamera auf ein Objekt (zum Beispiel einen Koffer) und die App informiert zentimetergenau über dessen Abmessungen.

Apple ist davon überzeugt, dass Augmented Reality der nächste grosse Megatrend wird. Noch ist nicht absehbar, was für innovative Apps diese neue Technologie hervorbringen wird. Es ist aber damit zu rechnen, dass vollkommen neue Ideen auftauchen werden, an welche heute noch niemand denkt.

Aufwertung der Chat-Funktionen

Apples TrueDepth Kameratechnologie, welche im iPhone X verbaut wurde, ermöglichte bereits im heutigen iOS die Animojis: man sucht sich eine Figur aus (zum Beispiel einen Panda) und hält sich die Kamera vor das Gesicht. Die Figur imitiert jede Kopfbewegung und Mimik. Man zwinkert mit dem Auge, der Pandabär zwinkert ebenfalls. Diese Funktion wird im iOS 12 weiter ausgebaut: Es gibt nicht nur neue Figuren, sondern Apple führt zusätzlich die Memojis ein. Dies sind Figuren, die der Benutzer vollständig frei definieren kann, von der Frisur über die Form des Brillengestells bis zur Augenfarbe. Der Benutzer kann beliebig viele verschiedene solche Figuren definieren und diese in seinen Chats einsetzen. Genauso wie Animojis lassen sich auch die Memojis durch die eigenen Gesichtsbewegungen animieren.
Auch sonst bemüht sich Apple, die Nachrichten und FaceTime Gespräche lebendiger zu gestalten. Dafür sollen Sticker, animierte Texteffekte oder auch Snapchat ähnliche Fotofilter sorgen.
FaceTime beherrscht neu Gruppenchats bis zu 32 Benutzer. Damit schliesst Apple eine oft kritisierte Lücke.

Überarbeitete Apps

Mit dem iOS 12 bringt Apple bei verschiedenen Apps Neuerungen:
– Die Foto App erhält einen neuen Tab «Für Dich», in welchem die App selbstständig ausgewählte Fotos aus der Fotosammlung des Benutzers zeigt und zum Teilen vorschlägt. Die Suchfunktion wurde massiv verbessert; die App kann beispielsweise erkennen, von welchem Event ein Foto stammt oder welche Personen darauf abgebildet sind.
iBooks heisst neu «Apple Books» und erhält ein komplette neues Design
– Die Aktien-App wurde ebenfalls neu gestaltet und zeigt jetzt auch Nachrichten an.
CarPlay funktioniert neu auch mit Apps von Drittanbietern. Dies freut alle diejenigen, die sich mit Apple’s Kartenmaterial nicht anfreunden konnten und Google Maps bevorzugen.

Stressreduktion

Damit die Benutzer nicht zu viel Zeit vor dem Display verbringen, führt Apple mit dem iOS 12 verschiedene Funktionen zur Kontrolle der Bildschirmzeit ein: Man kann eine maximale tägliche Nutzungszeit für bestimmte Apps festlegen, die eigene iPhone Nutzung genauer analysieren und auf Wunsch Benachrichtigungen temporär unterdrücken. Nachrichten und App-Benachrichtigungen werden auf dem Display in Gruppen zusammengefasst, sodass sich der Nutzer nicht mehr von ihnen überflutet fühlt.
Neu ist auch die Option, für einen bestimmten Termin des Kalenders oder für einen bestimmten Standort die Funktion „Nicht stören“ automatisch zu aktivieren und danach automatisch wieder auszuschalten.

Datenschutz

Zwar verfügt das iPhone schon seit langem über Adblocker. Neu ist ab dem iOS 12 jedoch die Funktion «Intelligent Tracking Prevention»: Der Browser Safari verhindert damit, dass beim Teilen von Inhalten personalisierte Daten des Benutzers an Social-Media-Anwendungen wie zum Beispiel Facebook weitergegeben werden.

Komfort-Funktionen für die Sicherheit

Immer mehr Plattformen und Apps verlangen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung: Zusätzlich zum Passwort sendet die Anwendung einen Code via SMS, welcher der Benutzer dann bei der Anmeldung eintippen muss. Mit dem iOS 12 führt Apple dafür eine «Autofill»-Funktion ein, was heisst, dass der SMS-Code nicht mehr abgetippt werden muss, sondern in das Anmeldeformular übernommen wird.
Künftig werden sämtliche Passwörter – von Apple-eigenen Apps und von Drittsoftware – in der iCloud Keychain gespeichert. Dadurch wird das Verwalten von Passwörtern quer über die verschiedenen Geräte hinweg wesentlich bequemer.

Leistungssteigerung

iOS 12 bringt einen ordentlichen Leistungsschub. Apps starten schneller, die Kamera ist schneller betriebsbereit und auch die Bildschirm-Tastatur wird agiler. Von der Leistungssteigerung profitierten in erster Linie die älteren iPhone-Modelle.

Fazit: Die jüngste Version von Apples iOS wird ein grosser Wurf, auf den sich die iPhone- und iPad-Besitzer freuen können. Wer nicht bis September warten will, um das iOS 12 auszuprobieren, der kann sich an der öffentlichen Betaphase beteiligen, welche derzeit läuft.

Autor: JS

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