Telefonie

BLOCKCHAIN SMARTPHONE

Blockchain Smartphone
©depositphotos/perig76

Was ist ein Blockchain-Phone?

Um diese Frage bereits vorab knapp aber ausreichend beantworten zu können, müssen wir uns zuerst ein wenig mit verschiedenen Themenbereichen wie die viel zitierte Blockchain, die Kryptowährung und Smartphones befassen. Den ersten Begriff „Blockchain“ kennt man vielleicht bereits im Zusammenhang mit Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple, die mittels der Blockchain-Technologie geschürft, gehandelt und verwaltet werden können. Die Blockchain steht aber auch für ein besonders sicheres Verfahren zur Abwicklung von Transaktionen jedweder Art. Der zweite Begriff „Phone“ verlangt in der Regel nach keiner weiteren Erklärung, in diesem Kontext jedoch stellt er eine echte technische Neuerung dar. Was aber bitte hat nun die Blockchain mit einem gewöhnlichen Smartphone zu tun? Wir klären Sie im Folgenden nun auf und stellen Ihnen eine völlig neue Geräteklasse im Smartphone-Bereich vor.

Wie funktioniert die Blockchain eigentlich?

Um den Nutzen und Vorteil eines Blockchain-Smartphones richtig einordnen zu können, sollte man über die Funktionsweise der Blockchain zumindest informiert sein. Jede derzeit im Umlauf befindliche Kryptowährung basiert auf dieser Technologie und auch Banken spekulieren bereits mit dem Einsatz der Blockchain für die eigenen Transaktionen. Und so funktioniert die Blockchain. Wenn Sie bei Ihrer Bank nun beispielsweise eine Überweisung tätigen, so muss diese Transaktion ja irgendwo gespeichert werden. Dies geschieht in der Regel in einer zentralen Datenbank des Unternehmens und ist somit jederzeit nachvollziehbar. Bei der Blockchain wird eine Geld-Transaktion auch gespeichert, aber eben in der Blockchain. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hier zunächst ebenfalls um einen Datenblock.

Der grosse Unterschied zwischen einer normalen Bank-Transaktion und einer in der Blockchain liegt in der Technologie der Datenspeicherung. In der Blockchain wird eine Transaktion in einen Datenblock geschrieben. Eine beliebige weitere Transaktion wird an diesem einfach angefügt. Dies passiert solange, bis der Datenblock voll ist. Dann wird eine unveränderbare Prüfsumme des Datenblocks erstellt und in einem neuen Block eingetragen. Der neue Datenblock wird nun noch mit dem vorherigen unzertrennlich verbunden und dadurch eine Kette, die Blockchain, gebildet. Vorteil der ganzen Aktion ist eine absolut fälschungssichere Datenspeicherung, da in den Datenblöcken keine Änderungen mehr getätigt werden können, ohne die Prüfsumme des Blocks zu verändern und damit sozusagen „Alarm“ auszulösen. Zudem wird die Blockchain grundsätzlich auf vielen Systemen „dezentral“ gespeichert. Eine neue Transaktion muss zudem von mindestens 6-7 Systemen bestätigt werden, um ausgeführt zu werden.

Innovation oder Unsinn? – das Blockchain-Smartphone

Bereits Ende 2017 stellte das israelische Unternehmen Sirin Labs mit dem Modell „Finney“ ein erstes Smartphone mit Blockchain-Technologie vor. Zudem wurde von Sirin auch ein eigenes Blockchain-Ökosystem entwickelt und auf den Smartphone Einsatz abgestimmt. Einerseits soll das Smartphone besonders sichere Finanz- und Handels-Transaktionen ermöglichen, auf der anderen Seite die Daten der Nutzer bestmöglich schützen und somit einen sicheren Marktplatz mit Kryptowährungen ermöglichen. Ein weiteres Einsatzfeld ist auch das „Schürfen“ von Kryptowährungen, während sich das Smartphone im Leerlauf befindet. Dies kommt auch der neuen Technologie der „Allways-On“ Systeme stark entgegen, wird aber bei einem Smartphone eher für noch häufigeres Laden und stetigen Datentransfer sorgen.

Sirnilabs Blockchain Phone

©Sirin Labs

Neben Sirin Labs drängen derzeit aber bereits weitere Unternehmen mit eigenen Blockchain-Smartphones auf den Markt. Gemäss dem Grundsatz neue Technologien schnell in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu drängen, sind nun auch das bekannte taiwanesische Unternehmen HTC, das US-Unternehmen Blacture sowie auch der irische Entwickler Embedded Downloads auf den Innovationszug aufgesprungen. HTC präsentiert das „Exodus“ mit einem Schwerpunkt auf der Verwendung von dezentralisierten Apps und einer besonders sicheren Krypto-Wallet. Blacture bietet mit seinem „Motif“ ein Smartphone auf Basis des Zippie-OS und einer ganz besonderen Funktion: Online-Einkäufe in der eigenen Blacture-Community belohnt das Unternehmen mit geldwerten Token. Embedded Download hingegen preist sein „BitVault“ sogar mit dem Slogan „Die Schweizer Bank in deiner Tasche“ an. Das ist derzeit aber nur die Spitze des Eisbergs.

Blacture

©Blacture

Welchen Nutzen haben die Anwender?

Alles schön und gut möchte man meinen. Die Frage ist jedoch: Was haben wir Anwender von dieser neuen Smartphone-Generation? Der Einsatz von Blockchain-Technologien im Smartphone zielt in erster Linie auf den Faktor „Sicherheit“. Die Blockchain kann angefangen von den Kontaktdaten auf dem Smartphone, über die Kommunikation mit Messenger und Email bis hin zur sicheren Kryptowall für Marktplätze alle wesentlichen Bereiche tatsächlich revolutionieren. Daneben entstehen auch gänzlich neue Funktionsbereiche wie gesicherte Finanz-Transaktionen, mobile Kontensysteme und möglicherweise auch der weltweite bargeldlose und vor allem sichere Zahlungsverkehr. Die Einsatzbereiche für die Blockchain scheinen derzeit schier grenzenlos zu sein.

Fazit

Die Blockchain wird auch in 2018 eines der prägenden Modewörter bleiben. Die bestehende Technologie nun auch auf den Bereich der Smartphones zu übertragen ist nur konsequent. Das Geschäft der „normalen“ Smartphones ist rückläufig und wird zunehmend nur noch von marginalen Funktionsupdates bestimmt. Da kommt die Blockchain doch offensichtlich gerade zum richtigen Zeitpunkt möchte man meinen. Und wenn die Konsumenten auch noch nicht wirklich darauf eingehen werden, die Industrie wird ganz sicher Möglichkeiten finden um die neue Gerätegeneration als unverzichtbar anzupreisen. Dem Konsumenten bleit einmal mehr die Aufgabe, sich selbst zu informieren und den eigenen Nutzen dieser neuen Technologie sorgfältig abzuwägen. Im Kontext von mehr Sicherheit und geschützten Online-Handel wäre dies jedoch eine echte und längst fällige Innovation.

Autor: VG

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