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WHATSAPP-CHATS NERVEN!

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©depositphotos/kanareva

Über WhatsApp, Facebook und Co. kann man super kommunizieren – sofern beizeiten eine Antwort kommt. Warum lässt der andere dann aber so lange auf sich warten?

Ich war vollkommen begeistert. Als mir damals jemand erzählte, bei dieser neuen App namens WhatsApp könne ich erstens über das Internet gratis Nachrichten verschicken und zweitens Chats eröffnen, wo man sich in der Gruppe unterhalten könne. Will ich haben! Telefonieren wird eh überbewertet. Falsch gedacht. Drei Jahre später folgen drei Anschauungsbeispiele:

DER „HABT IHR EIGENTLICH KEINE HOBBYS?“-CHAT

Der Gruppenchat fängt mit einer guten Sache an: der Organisation einer Überraschungsparty, Ideen für ein Geburtstagsgeschenk oder einen Ausflug. Recht schnell verselbstständigt sich das Ding – auch wegen der vielen Involvierten. Plötzlich fragt jemand: „Kennt hier jemand einen guten Zahnarzt?“ Ständig leuchtet das Display auf. Auch weil irgendein Spatzenhirn einfach drauflos tippt, anstatt vorher seine Gedanken zu einer Nachricht zu bündeln. Der Chat wird zur Nachmittagsunterhaltung. Get a life! Und zum Glück gibt es diese Lautlosfunktion auf WhatsApp.

DER „ES INTERESSIERT MICH NICHT“-CHAT

Zu dieser Art Gruppe wird man nicht selten aus dem Nichts von frischgebackenen Müttern oder Vätern hinzugefügt. Sie platzen vor Stolz über den Nachwuchs, was auch verständlich ist. Anfangs sind die vielen Fotos auch echt rührend. Baby im Kinderwagen, Baby auf dem Schoss. Einmal mit dem Schoppen in der Hand, Schoppen fällt aus der Hand, weinend, schmollend. Hier lächelt es, auf dem anderen auch. Hm, ist das wieder dasselbe Bild? Nur Eltern erkennen hier noch die feinen Unterschiede. Tja, was soll man machen – irgendwann wird’s halt belanglos. Und unter uns: Dieses Kind ist, gelinde gesagt, gar nicht herzig.

DER „WARUM ANTWORTET KEINER?“-CHAT

Diese Gruppe besteht meist aus einer eingefleischten Truppe, die sich regelmässig zu Drinks, Sport oder anderem, was Spass macht, trifft. Jemand fragt: „Wieder Fritig, 7ni? Treffet mir eus wo?“ Man will spontan in die Tasten hauen – aber Moment mal. Vielleicht wird man an dem Tag gar nicht in der Stimmung dafür sein. Oder geht doch lieber auf dieses andere Event. Und schreibt: „Muss luege, ob ichs schaff“, und entscheidet spontan. Oder noch besser: Erst mal die anderen vorschicken mit Antworten. Man kann sich ja immer noch dazugesellen als cooler Überraschungsgast. Hauptsache, alle Optionen offenhalten.

Autorin: Biljana Jovic

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