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SCHWEIZ MAUSERT SICH ZUM KRYPTOPARADIES

Die Schweiz avanciert immer mehr zur Bitcoin-Nation. Die Internet-Währung wird immer beliebter und der Kurs steigt der- zeit stetig an. Doch wie kommt man an die virtuelle Währung? Ganz einfach am Automaten, während man auf seine Bahn wartet.

Seit kurzem ist eine Aufladung von Bitcoins in der Schweiz an allen SBB-Billet-Automaten möglich. Voraussetzungen dafür sind lediglich eine Schweizer Mobilfunknummer und ein Bitcoin Wallet. Zwischen 20 und 500 Franken können umgetauscht werden. Maximal 5’000 Franken können im Jahr am Billet-Automat gegen Bitcoins getauscht werden. Mit der digitalen Währung kann im Internet oder auch im stationären Handel bezahlt werden. Der Test läuft noch bis 2018.

SPENDEN WERDEN DANK BITCOINS SCHNELLER IN KRISENGEBIETE GESCHICKT
Das Projekt entstand aus einer Zusammenarbeit mit Sweepay, einem Technologiepartner der SBB. Die Schweizer Bahn will damit testen, wie gross der Markt für die Bitcoin-Währung ist. Fahrkarten kann man damit allerdings noch nicht bezahlen. Beim Umtausch wird eine Transaktionsgebühr von sechs Prozent fällig. Wie viel davon die SBB bekommt ist nicht bekannt. Auch will das Unternehmen nicht mitteilen, wie und ob die Schweizer das Angebot nutzen.

Neben den Möglichkeiten, das Geld für normale Konsumausgaben zu verwenden, können mit Bitcoins auch Spenden getätigt werden. Das Währungssystem ermöglicht – besonders in Krisensituationen – eine schnelle Zahlung mit nur einem Mausklick oder dem Abscannen eines QR-Codes. Eine sichere Beteiligung an Crowd fun ding Projekten ist ebenfalls möglich, denn mit Zusicherungsverträgen wird verhindert, dass Geld überweisen wird, bevor das Crowdfunding-Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde.

„CRYPTO VALLEY“ ZUG AKZEPTIERT BITCOINS FÜR KLEINE RECHNUNGSBETRÄGE
Doch nicht nur in der virtuellen Welt und an vorgesehenen Verkaufsstellen kann mit Bitcoins bezahlt werden. Seit vergangenem Jahr kann man in der Stadt Zug mit Bitcoins Rechnungen beim Amt oder Zahnarzt begleichen. Einzige Einschränkung: die Rechnung darf nicht teurer als 200 Franken sein. Während der ersten Testmonate wurden insgesamt 43 Transaktionen mit Bitcoins bezahlt. Zug trägt daher schon den Beinamen „Crypto Valley“. Das liegt sicher unter anderem daran, dass der Kanton immer mehr Kryp-to-Start-ups anlockt.

WAS IST BITCOIN?
Hierbei handelt es sich um elektronisches Geld. Das Geld wird ausschliesslich über Computernetzwerke geschöpft. Dabei wird es dezentral organisiert. Es ist sowohl von Staaten als auch Banken unabhängig und wird anonym gehandelt. Ein spezielles Verschlüsselungssystem macht die Währung fälschungssicher, denn jeder Betrag kann nur einmal ausgegeben werden und die Anzahl der „Münzen“ ist begrenzt. Über sogenannte „Minen“ kann man selbst das Geld fördern oder mit Bitcoins handeln. Dafür gibt es eigens Bit-coin-Börsen. Da das virtuelle Geld keinen festgeschriebenen Gegenwert hat, ist der Kurs einzig von dem simplen ökonomischen Prinzip von Angebot und Nachfrage abhängig.

WIE FUNKTIONIERT DAS BEZAHLEN MIT BITCOIN?
Das Bezahlen ist eigentlich recht simpel. Wenn zum Beispiel ein Schweizer Kunde an ein amerikanisches Unternehmen Geld überweisen will, kann er anstelle der Kreditkarte Bitcoins verwenden. Das ist eine attraktive Alternative, da Kursunterschiede zwischen den beiden Währungen Schweizer Franken und US-Dollar keine Rolle spielen. Zunächst benötigen sowohl der Kunde als auch das Unternehmen eine Bitcoin-Adresse. Diese wird mit Hilfe eines Schlüsselpaares aus öffentlichem und privatem Schlüssel des Kunden erzeugt. Der private Schlüssel dient dazu, dass der Handel mit dem Elliptic Curve Digital Signature Algorithm (ECDSA) kryptografisch unterschreiben und allen anderen Teilnehmern im Netz bestätigt werden kann, dass der Kunde mit seiner Adresse diese Buchung tätigen möchte. Ein Hash des öffentlichen Schlüssels ergibt die komplette Bitcoin-Adresse. Nun weiss jeder Bitcoin-Nutzer, wie viel Geld mit der Adresse verknüpft ist, allerdings weiss keiner, wem diese Adresse gehört. Zudem hat niemand auf dieses Geld Zugriff – ausser der Kunde gibt den Schlüssel heraus. Dennoch kann jeder an diese Adresse Geld überweisen, ohne den Besitzer zu kennen. Damit das Geld nun bei dem Unternehmen ankommt, benötigt der Kunde natürlich Bitcoins. Diese kann er nun an
den SBB-Automaten beziehen, online erwerben oder selbst in einer Mine erwirtschaften. Wenn der Kunde nun zum Beispiel 5 BTC erwirbt und das Produkt der Firma in den USA 3 BTC kostet, generiert der Kunde über den Bitcoin-Client eine Transaktion. Dort muss der Kunde die Transkation des Bitcoin-Händlers, von dem er 5 BTC erworben hat, als Input vermerken. Die 3 BTC für das amerikanische Unternehmen sind ein Output. Die restlichen 2 BTC werden vom dem Client ebenfalls als Output an den Kunden zurückgegeben, denn jeder Output darf nur einmal als Input einer Folgetransaktion verwendet werden. Mit dem privaten Schlüssel des Kunden wird die Buchung unterschrieben. Das Unternehmen kann mithilfe des öffentlichen Schlüssels die Signatur überprüfen und anschliessend das Geld für weitere Transaktion verwenden. Die digitalen Signaturen gewährleisten, dass nur der Empfänger eines Bitcoin-Betrags diesen wieder ausgeben kann.

 

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