Telefonie

Verbot gegen Werbeanrufe auf dem Handy

Der Bundesrat will die Zügel enger fassen im Kampf gegen Werbeterror am Telefon. Bis die geplanten Massnahmen Früchte tragen, wird es allerdings noch eine Zeit dauern.

Seit Anfang des Jahres besteht ein regelrechter Boom der Callcenter auf Handys. Handy- uns Smartphonebesitzer werden bevorzugt in den Feierabendstunden, am Wochenende und Feiertags auf ihrem mobilen Telefon attackiert. SP-Ständerätin Anita Fetz forderte daher bereits im Sommer 2015 konsequente und härtere Strafen.

Rufnummernsperren und der sensible Umgang mit der eigenen Handynummer seien Massnahmen, die dennoch viel zu viel Angriffsfläche für unseriöse Werbeanrufer bieten. Heutzutage werden Handynummern anhand Computerprogramme ausfindig gemacht. Da Callcenter häufig mit zahlreichen Rufnummern aktiv sind, ist eine Rufnummernsperre nur bedingt erfolgreich.

Medienministerin Doris Leuthard möchte in diesem Jahr nun geeignete Massnahmen finden, die auch umsetzbar sind. Da die Callcenter meist im Ausland sitzen, ist die Umsetzung in der Praxis meist schwierig. Denkbar ist, dass Anrufe über nicht registrierte Nummern unmöglich werden oder, dass Telefonanbieter öfter in die Pflicht genommen werden, Rufnummern zu sperren. Callcenter sollen zudem verpflichtet werden, ihre Telefonnummer im Telefonverzeichnis anzuzeigen.

Welche Massnahmen wirklich umgesetzt werden, wird sich Ende 2016 herausstellen. Denn immerhin muss man auch noch das Problem in den Griff bekommen, dass Telefonbetrüger unter fremden Rufnummern anrufen. So werden teils Rufnummern von Behörden und öffentlichen Stellen für unseriöse Werbeanrufe missbraucht. Ruft das Telefonopfer die angebliche Telefonnummer des Werbeanrufers zurück, landet es bei einem unbeteiligten Dritten.

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